Agile Standortverlagerung

Menschen tendieren dazu, auf bewährte Prozesse und Werkzeuge zurückzugreifen – gerade dann, wenn neues Terrain erschlossen werden muss.

So auch die BitPioneers.

Ja, der Umzug war überfällig, wir waren der Lösung einfach entwachsen und sie ließ sich wirklich nicht weiter skalieren. Spätestens als beide Besprechungsräume mit Entwicklern besetzt waren, wurde selbst mir das bewusst - war ich doch lange der Maxime „Never Change a Running System“ gefolgt.

Als junges und dynamisches IT-Unternehmen, als dass wir uns verstehen, wurde Ende 2018 nicht lange überlegt, dass wir agile Tools nutzen, um unseren Umzug in die Herrenstraße schnell und effizient zu managen. Die Idee den Umzug in einzelnen Sprints, etwa 14 tägigen Teiletappen, zu meistern, wurde recht schnell als realitätsfern verworfen. Dann eben kein Scrum, besser Kanban!

Rollen wurden verteilt, Meetings gehalten, Stories und Subtasks angelegt! Was kann mit internen Ressourcen abgebildet werden? Wo engagieren wir Externe? Diese Fragen kannten wir aus unserer täglichen Arbeit und plötzlich, so etwas real weltliches wie ein Umzug, auch für Digital Natives greifbar.

Schnell zeigte sich, dass im Team für ganz entscheidende Arbeiten am Projekt das Know-How nicht vorhanden war. Dies galt insbesondere dann, wenn einzelne Tasks von physischer Natur waren.

So konzentrierte sich jeder auf seine Stärken:

Kitty suchte Blumen aus, Jan installierte die Klingel, manch einer machte gar nichts und das Möbel Taxi transportierte unser Hab und Gut. Heureka!

Der Systemumzug der BitPioneers war Dank guter Planung und Konzeption bereits einen Tag nach Start der Umsetzung abgeschlossen. Das neue Office wurde in Betrieb genommen.

Hier könnte dieser Beitrag enden, wenn sich nicht gezeigt hätte, wie kompliziert die Weiterentwicklung eines laufenden Systems ist.

Bis dahin waren wir rudimentär lauffähig, viele wichtige Features wie Cafeteria oder Lounge-Bereich aber noch nicht nutzbar. Dazu kamen täglich neue Anforderungen und Bug-Reports der Nutzer, die teilweise widersprüchlich waren („Es ist zu heiß!“, „Ich friere“). Also stiegen wir in einen Prozess der permanenten Weiterentwicklung und Optimierung ein. Agil und mit nachlassender Dynamik. Denn zum einen war unser Umzug natürlich nicht unser einziges oder wichtigstes Projekt und die zur Verfügung stehenden Personalressourcen wurden schnell reduziert. Zum anderen war eine Weiterentwicklung während des Betriebs schwierig. Wann sollte der Eingangsbereich gestrichen werden, wenn diesen täglich viele fleißige Füße queren müssen?

Jetzt, knapp 6 Monate später, sind wir trotz aller Widrigkeiten an einem Punkt angelangt, an dem das System läuft und die Nutzerzufriedenheit hoch ist. Und vielleicht wird sogar die Klingel in den nächsten Wochen voll funktionsfähig gebastelt.

Drückt uns die Daumen!

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